Wien, 12. Jänner 2026

 

Heimkehr zu den Göttern: Ad astra Erich von Däniken (1935-2026)

Gestern um Punkt 12 Uhr mittags ging die Nachricht an die Presse: Götterforscher, Bestsellerautor und Visionär Erich von Däniken (kurz EvD genannt) ist am 10. Januar im 91. Lebensjahr in Interlaken gestorben. Inzwischen erreichte die Nachricht alle Medien, von „tageschau“, „ORF“, „BBC News“ bis „Stern“ und Spiegel“. Mich schockte die Hiobsbotschaft am Samstag um 17 Uhr vertraulich von EvDs langjährigen Freund und Mitarbeiter Ramon Zürcher. Er ließ enge Mitstreiter wissen, dass „Erich heute Morgen in Ruhe und Frieden übergewechselt ist und dabei nicht alleine war.“

 

Obwohl mein Verstand längst wusste, dass altersbedingt und kräftemäßig der Abschied näher rücken würde, hat das Herz den Tag X stets verdrängt und ausgeblendet. Bis gestern, wo einem die irdische Realität und Vergänglichkeit wie schon so oft unausweichlich und brutal vor Augen geführt hat, dass wir „Erdenwürmer“ allesamt nur Gäste auf diesem schönen Planeten sind. Was danach kommt, wissen wir (noch) nicht. EvD war optimistisch. „Meine Seele ist unsterblich. Ich werde wiedergeboren“, verriet er mir einmal im Interview.

 

Das ungewöhnliche Lebenswerk von EvD in aller Kürze zu beschreiben, ist schier unmöglich. Die Energien, die er bei sich selbst und bei anderen Menschen einsetzte, haben Abermillionen von Menschen beeinflusst. Mit dem Weltbestseller „Erinnerungen an die Zukunft“ (englisch „Chariots of the Gods“) gelang ihm 1968 die Initialzündung. Seine kühnen Thesen über erdenbesuchende Sternengötter, die in grauer Vorzeit das Schicksal der Menschheit beeinflussten, faszinieren bis heute die Menschen über alle Kontinente hinweg. Es folgten 48 weitere Erfolgstitel mit Übersetzungen in 40 Sprachen und einer Gesamtauflage von geschätzten 80 Millionen Exemplaren. 2024 erschien sein letztes Werk „Notizen aus meinem Leben“. EvD galt als der meistgelesene und meistkopierte Sachbuchautor der Welt, und ist es wohl immer noch. Mehrere seiner Bücher wurden verfilmt und nach seinen Ideen entstanden Fernsehserien wie die US-amerikanische Dokureihe „Ancient Aliens“, die seit 2009 produziert wird und ein Millionenpublikum erreichen.

 

Mit EvD verlieren die Außerirdischen ihren prominentesten und besten Anwalt. Däniken hat die Menschheit vorbereitet auf den möglichen Kontakt mit einer fremden nichtmenschlichen Intelligenz und den damit verbundenen „Götter-Schock“ für Politik, Religion und Wissenschaft. Dänikens revolutionäre Ideen, wurden in den 1960ern trotz bemannter Mondlandung vielerorts als „Spinnerei“ und „Utopie“ abgelehnt. Erbsenzähler tun das noch heute. Davon abgesehen: bald sechs Jahrzehnte später sind die Aliens längst allgegenwärtig und gehören mit zu unserer Pop-Kultur. EvD im O-Ton: „Die Zeit wird täglich reifer für ein neues Weltbild, das Außerirdische mitberücksichtigt.“ Mit dem Fortschritt und neuen Betrachtungsweisen verändert sich auch das Denken. EvDs visionäre Thesen und Projekte, die er oft gegen heftige Widerstände durchgesetzt hatte, trugen mit dazu bei, dass E.T.s rund um den Globus heute salonfähig geworden sind.

 

Meine Welt ist ohne EvD nun ärmer geworden. Für mich war der Kosmopolit nicht nur ein umtriebiger Fantast, sondern ein seelenverwandter Freund, ein jahrzehntelanger Weggefährte und ein mutiger Zukunftsdenker, der meinen beruflichen Werdegang aktiv begleitete, förderte und immerzu inspirierte. Dass EvD jetzt nicht mehr leibhaftig „greifbar“ ist, schmerzt und hinterlässt eine große Lücke in meinem Leben. Dennoch überwiegen Dankbarkeit und das Glück ihn gekannt und mit ihm viel Unvergessliches erlebt zu haben. Jeder, bei dem die „Dänikenitis“ (© New York Times) irgendwann eingeschlagen hatte, wird das ähnlich bestätigen können. In meinem Fall hat der „Däniken-Virus“ gleich doppelt gewirkt. Impfung zweck- und sinnlos. EvD war live dabei als 1979 der Prototyp meiner populärsten Comicserie „Rüsselmops, der Außerirdische“ geboren wurde. Mehr noch: EvD ist der Taufpate von Rüsselmops! Der schillernde Erfolgsautor war auch mein erstes Karikaturen-Opfer. Zu Papier gebracht als „ERICH, der Sonntagsforscher“, einer Comic-Serie, die in den 1980er-Jahren u.a. wöchentlich in der Tageszeitung „Mannheimer Morgen“ erschien.

 

Die 2. Däniken-Fortuna betrifft meinen Broterwerb als Sachbuchautor der Grenzwissenschaften, beginnend 1982 mit „Licht für den Pharao“. Ein Erstlingswerk, das an die Thesen über legendäre „Götterastronauten“ und vergessene „Vorzeit-Technologien“ anknüpfte. EvD hat mich zu diesem Schritt ermutigt, gemeinsam mit verbündeten Freunden, dem Wiener KURIER-Journalisten und Schriftsteller Peter Krassa († 2005) und dem Science-Fiction-Autor Walter Ernsting alias Clark Darlton († 2005), der 1961 die (heute noch wöchentlich erscheinende) große Weltraumroman-Reihe PERRY RHODAN mit aus der Taufe hob.

 

Die Welt von EvD lebt weiter. Dänikens Name wird immerzu mit dem Thema „Außerirdische“ verbunden bleiben, selbst dann noch, wenn der E.T.-Kontakt offiziell eines Tages bestätigt wird. Verfolgt man das aktuelle Geschehen rund um das UAP-Rätsel (vormals UFO-Phänomen), könnte die „Enthüllung“, die unser bisher sicher geglaubtes Wissen auf den Kopf stellt, unmittelbar bevorstehen.

 

Projekte und Fachtagungen zur „Paläo-SETI-Hypothese“ werden von Ramon Zürcher und Mitarbeitern der Forschungsgesellschaft für Archäologie, Astronautik und SETI, kurz AAS (vormals „Ancient Astronaut Society“), im Sinne EvDs weitergeführt. Gleiches gilt für die „Erich von Däniken-Stiftung“ und themenbezogene Studien, die im Fachmagazin „Sagenhafte Zeiten“ publiziert werden. Und der von EvD initiierte Mystery-Park in Interlaken, der 2003 eröffnete und in Themenpavillions „Mysteries oft the Worlds“ präsentierte? Er wurde später umgetauft in Jungfrau-Park und erhielt im Vorjahr neue Eigentümer. EvD begrüßte diesen Schritt, denn der Park soll zu einem „Zukunftscamp“ für neue Forschungsprojekte werden. E.T. wir kommen!

 

EvD war nicht nur Erfolgsautor und „Alienjäger“. Seit 1960 war er mit Elisabeth Skaja verheiratet, war Vater der gemeinsamen Tochter Cornelia, war zweifacher Großvater und hatte eine Urenkel-Tochter, die er noch kennenlernen durfte. Seit 1995 wohnten Erich und Elisabeth von Däniken in Beatenberg im Berner Oberland. Der Platz hoch über dem Thunersee mit atemberaubendem Blick auf das Bergmassiv Eiger, Mönch und Jungfrau, war für EvD „der schönste Ort der Welt“.  Für Familie, Angehörige und engste Freunde ist es seit Samstag ein Ort der Trauer. Ihnen gilt meine aufrichtige Anteilnahme in den schweren Tagen der Trauerarbeit.

 

Wer in Erinnerung an Erich von Däniken und sein Lebenswerk anerkennende Kondolenzworte schriftlich hinterlassen möchte, hat auf der Homepage https://evd.ch die Möglichkeit dazu.

 

Post scriptum:

 

Lieber Käpten Erich!

Wenn man Dich auf Dein Alter angesprochen hat, hast Du gerne geantwortet „Die Götter lieben mich!“ Das tun sie bestimmt. Und nicht nur die. Wir lieben Dich auch. Nun bist Du uns vorausgeflogen – zurück zu den Sternen! Ich weiß, es ist für Dich eine Heimreise. Guten Flug durchs Sternentor und EiEi! Und wer weiß, vielleicht bist Du näher als wir alle glauben? Nur ein Zimmer weiter, getrennt von einer Türe in die andere Wirklichkeit?

 

Rüssel hoch und per aspera ad astra!

Wie immer in Liebe

Dein steinalter

 

REINHARD (Habeck) mit Gefährtin Elvira und Commander Rüsselmops

 

 

Offizielle Links für Mitflieger im Dänikenversum:

https://www.sagenhaftezeiten.com/fileadmin/dokumente/aas-infos/Nachruf_EvD.pdf

https://daniken.com/

https://www.evdstiftung.ch/

https://www.sagenhaftezeiten.com/

https://www.legendarytimes.com/

https://jungfraupark.ch

https://evd.ch/rip/index.html

 

Nachruf-Videos:

https://www.youtube.com/watch?v=I-kVxZpej0k

https://www.youtube.com/watch?v=3zX_6Ccgfc8

 

Persönliche Erinnerungen:

https://www.srf.ch/news/bern-freiburg-wallis-erich-von-daeniken-lacht-ueber-sich-selbst

Siehe auch:

http://www.reinhardhabeck.at/news/90-jahre-e-v-d%C3%A4niken-herzliche-gratulation/

 

Letzter öffentlicher Auftritt, AAS-Meeting in Interlaken, 1. 11.2025

https://www.bernerzeitung.ch/erich-von-daeniken-in-interlaken-die-goetter-waren-astronauten-681405393750

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