31. März 2014

Besuch im "merk-würdigen" Atelier

Griezi! (Baslerdeutsch, soll heißen, Grüße Sie!)

 

Maskierte Narren gibt es vielerorts. Die originellsten Typen sind und bleiben die Basler Fasnächtler. Antlitz und Körper verstecken sie hinter wunderlichen Kostümen und - Larven. Der Begriff leitet sich aus dem Lateinischen ab und steht für „Gespenst". Manche sehen tatsächlich aus wie Spukgestalten, andere sind mythischen Wesen nachempfunden oder entsprechen Karikaturen prominenter Zeitgenossen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

 

Viele Larven sind wahre Kunstwerke. Ihre Anfertigung ist aufwendig und erfordert viel Geschick. Kreativität sowieso. Davon durfte ich mich dieser Tage selbst überzeugen. Der bekannte Larvenkünstler Martin Zingg, der mit seinem Bruder Lukas in Basel „Das merk-würdige Atelier" leitet, hat mir einen seltenen Einblick in die Wunderkammer gewährt.

Was ich erfahre und sehe lehrt mich das Staunen: Überall liegen und hängen Masken in grotesken Formen, als rohe Gipsvorlagen oder knallbunt bemalt in Kunststoff. Dazu glitzernde Perücken, komische Hüte und lustige 3D-Figuren wie im Zauberreich. Einfach gigantisch und genial!

 

Geduldig und fachmännisch erklärt mir der Meister die Herstellungstechniken. Im Stillen träume ich davon, dass eines Tages Rüsselmops in Martins fantastische Theater- und Larven-Werkstatt landen könnte – und Pate steht für eine mopsige Fasnachtlarve. Manchmal kann es auch umgekehrt geschehen, wenn man Friedrich Schiller in „Maria Stuart" folgt: „Jetzt zeigt ihr euer wahres Gesicht, bis jetzt war's nur die Larve."

 

Zu den Sternen!

 

REINHARD (Habeck)

 

Mehr dazu: www.attractpower.ch

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